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Chronik

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes fällt in die Zeit nach dem meranischen Erbfolgestreit, der am 14.12.1260 durch den Frieden von Langenstadt seinen Abschluss fand. Die frühesten Herren unseres Landes, die eine Besiedlung planmäßig betrieben, waren die Schweinfurter Grafen, denen das Geschlecht der Andechs-Meranier bis 1428 nachfolgte.

Im Frieden von Langenstadt ...

... ging die Herrschaft an die Grafen von Orlamünde über. Dem letzten Grafen, Otto VII. von Orlamünde, folgte 1338 der Burggraf Johann von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern.

Über 100 Jahre waren die Markgrafen Besitzer des Rittergutes Drossenfeld. Am 08. Juni 1689 verkaufte Christian Ernst den Besitz an den Geheimen Hof- und Justizrat sowie Lehenprobst Johann Wolfgang Franke. Nach dessen Tod 1707 erbten seine Geschwister und deren Kinder den Besitz. Unter diesen waren auch die Mutter der späteren Reichsgrafen Ellrodt. Der mittlere Sohn, Reichsgraf Philipp Andreas von Ellrodt, kaufte ab 1740 die Anteile der übrigen Erbberechtigten auf und wurde 1752 alleiniger Besitzer des Rittergutes Drossenfeld. Die Besitzergreifung durch die Ellrodts wurde für Drossenfeld und Umgebung von entscheidender Bedeutung. Von dieser Zeit an waren sie bestrebt, das Schloss und das Dorf zu einem standesgemäßen Herrensitz auszubauen.

Für das Vorhaben der Ellrodts waren natürlich viele Arbeitskräfte notwendig. Man versprach bauwilligen Familien kostenlosen Baugrund, errichtete ein neues Baugebiet (Lerchenfeld). Das Baumaterial konnte durch Fronarbeit im Schloss abgegolten werden. Im Frühjahr 1763 begann eine rege Bautätigkeit und schon im November waren zwölf sogenannte “Trüpfhäuser” bezugsfertig. Den Trüpfhäusern stand eigentlich nur so viel Grund zu “als das Wasser vom Dach tropfte”. Die Ellrodts waren hier großzügig und gaben jedem Ansiedler je nach Größe der Familie noch 2 – 8 Dezimal Land dazu (1 Dezimal = 34 qm).

Als dann der junge Reichsgraf Friedrich von Ellrodt am 4. Dezember 1763 die schwedische Gräfin Christiane Wilhelmine von Löwenhaupt heiratete, zeigte er ihr voller Stolz das saubere neue Dorf und ließ es feierlich einweihen.

Arbeit gab es nun genug für die Drossenfelder Siedler. In Oberkeil bei Pechgraben wurde eine Quelle gefasst und eine Wasserleitung mit Holzrohren von dort zum Schloss und zum Röthberg gelegt. Dieser sonnige Hang, den wir heute als “Sommerleite” und “Weinberg” kennen, wurde als einmalig schöner “Englischer Garten” mit Alleen, Obstbäumen, Springbrunnen und Spazierwegen angelegt.

Kirche und Schloss

Unter Markgraf Friedrich und der Markgräfin Wilhelmine herrschte eine baulustige Zeit. Die besten Baumeister und Künstler wurden nach Bayreuth berufen. Diese standen auch Philipp Ellrodt, der zum ersten Minister aufgestiegen war, zur Verfügung. Die alte baufällige Jakobuskirche wurde abgebrochen und 1753 bis 1757 die schöne Markgrafenkirche erbaut. An den Mittelbau des Schlosses wurden zwei Flügel angefügt.

Schloss mit Terrassengärten
Bild: Schloss mit Terrassengärten

Schloss mit Terrassengärten
(restauriert)

Der Hanggarten wurde zu einem einmalig schönen Terrassengarten umgestaltet. Das Schloss sollte zum Wohnsitz des jungen Paares eingerichtet werden. Der Architekt Carl v. Gontard übernahm Planung und Ausführung. Der Terrassengarten mit Balustern, Barockfiguren und Springbrunnen wurde schon damals mit den berühmtesten Gärten verglichen.

In der Kirche bekamen die Ellrodts die mittlere Adeligenloge, es wurde ihr Herrensitz. An der Decke dort erstrahlt ihr Wappen. Ellrodt ließ ebenfalls vom Architekten Gontard das neue Pfarrhaus errichten.

Das junge Glück dauerte nur kurze Zeit. Am 23.5.1765 starb Friedrich an einer Infektionskrankheit. Der vom Gram gebeugte Vater Philipp folgte ihm am 1.1.1767 in den Tod. Nach dem Tode der Ellrodts war der Besitz so verschuldet, dass die Güter verkauft werden mussten. Das Schloss kam in bürgerliche Hände.