Benutzer:
Passwort:

Sagen

Der Amonstein

Viele Sagen umranken den "Amonstein" im Waldstück Buchleitenholz. Einer zufolge überfielen und brandschatzten im Jahre 1635 schwedische Reiter das Dorf Brücklein. Der einzige Hof, der unangetastet blieb, war der des jungen Bauern Hermann Amon. Durch Zauberkunst soll er es verstanden haben, die Angreifer zu bannen.

Wie der Zufall so spielt, befand sich auch unter den schwedischen Plünderern ein Meister der Zauberei. Dieser ließ den Pferden die Eisen verkehrt auf die Hufe nageln und die Reiter verkehrt herum aufsitzen. Auf diese Weise konnte der Bannstrahl des Amon nicht die Augen der schwedischen Angreifer treffen. Diese drangen daraufhin in das Haus des Bauern ein und nahmen ihn gefangen.

Gefesselt und an einem Pferdeschweif gebunden, wurde der Gefangene im Galopp in Richtung Eichberg geschleift. Im nahen Buchleitenholz hängte man ihn kopfabwärts über einen Ameisenhaufen, so dass sein Kopf im Ameisenhaufen steckte. Erst nach einiger Zeit fanden geflüchtete Dorfbewohner den Leichnam und begruben ihn an Ort und Stelle. Nur der Stein zeugt noch von der grausamen Tat. Der Stein trägt die Inschrift:

HERMAN AMAN
LIEGT DA BEGRABEN 1635


Bei einer Renovierung der Inschrift wurde allerdings der Familienname falsch geschrieben, es muss AMON heißen.

Das Amonsgrab

In der Nähe des Amonsgrabes soll es oft nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Früher reichte der dichte Wald fast bis zum Ortsrand von Brücklein, die Straße war schlecht, und es gab nahezu keinen Verkehr, außerdem war der Wald die Grenze zwischen den zwei großen Pfarreien Drossenfeld und Hutschdorf.

Das Buchleitenholz zwischen Brücklein und Eichberg war ein gruseliger und unheimlicher Platz. Selbst zuverlässige und glaubwürdige Personen sollen hier schon die sonderbarsten und haarsträubensten Erlebnisse gehabt haben, so dass sie dann zitternd, bleich und schweißgebadet nach Hause gingen. Von kopflosen Reitern, kohlschwarzen Hunden und zwergenhaften Männlein ist die Rede.

Besonders in mondhellen Nächten sei aus der Lichtung links der Straße ein Reiter ohne Kopf direkt auf den einsamen Wanderer herangeritten und habe sich dann auf der anderen Seite im finsteren Wald wie Nebel aufgelöst. Jungen Leuten soll der Reiter ohne Kopf bis nach Hause gefolgt sein, wo das Pferd mit dem Huf noch ans Tor schlug. Andere Male sah man einen fürchterlichen, kohlschwarzen Hund so groß wie ein Kalb. Die Zunge hing ihm vor Gier weit heraus, die Augen waren so groß wie Äpfel und voll feurigen Glanzes. Das wilde Tier soll keuchend hinter dem zitternden Wanderer hergelaufen sein und wenn es nicht angeredet wurde, verschwand es spurlos im Wald. Dann wieder soll es vorgekommen sein, dass urplötzlich ein zwergenhaftes Männlein auftauchte und den Leuten bis zum Waldrand wie ein Schatten folgte.

Der Engelstein

Engelstein
Bild: Engelstein

Der auch als "Brandstein" oder "Füßlesstein" bekannte Engelstein bei Drossenfeld erinnert an das Mädchen der Pfarrerstochter Barbara Röder. Auf der Flucht vor plündernden Kriegshorden flüchteten 1641 die Einwohner von Pechgraben und Dreschenau in die Steinbrüche am Höllhügel. Von einer Steinplatte des 417 Meter hohen Höllhügel sah das Mädchen in Dreschenau Flammen aufsteigen und schrie "Feuer, Feuer". Die Dreschenauer konnten auf diese Weise rechtzeitig einen Teil ihres Hab und Guts retten. Das Mädchen jedoch war vor Schreck tot umgefallen. Aus Dankbarkeit und zum ewigen Gedächtnis ließen Bauern die Kinderfüßchen in die Steinplatte meißeln und ein Holzkreuz aufstellen.

Weinreichsstein und Weinreichsgrab

Weinreichsgrab
Bild: Weinreichsgrab

Das Weinreichsgrab erinnert an die Ermordung des Forstmannes Carl Weinreich am 4. Mai 1806 durch Wilderer auf einem Pirschgang. Nach dem Thronverzicht des letzten Markgrafen Carl Alexander von Bayreuth-Ansbach und der Übernahme der Markgrafschaft durch König Friedrich Wilhelm II von Preußen, trieben 20 bis 30 Mann große Banden von Wilddieben ihr Unwesen.

Quelle:
Neudrossenfeld - Gegenwart und Vergangenheit
Hrsg. Gemeinde Neudrossenfeld, 1986